…GELÖBNIX!
Wir dokumentieren im Folgenden den Aufruf gegen das geplante Militärspektakel in München. Denn die Ideen der Reaktion – der Militarismus, der Geschichtsrevisionismus und der Chauvinismus – sind wieder auf dem Vormarsch!
„“"Donnerstag 30.07.2009 14 Uhr, Marienplatz München:
Bundeswehr wegtreten! Gelöbnis stören und verhindern!
Hunderte deutsche Soldaten, vielleicht auch ein paar Soldatinnen, werden sich am 30. Juli in München versammeln und feierlich geloben für den Standort Deutschland zu morden, vielleicht auch zu sterben. Sie werden vorführen, wie ein Militär seine Soldat_innen will: Uniformiert, gehorsam, bewaffnet, stramm und aufrecht und immer schön in Reih und Glied. Diese ästhetische Zumutung soll die Öffentlichkeit auf „ihr“ Militär einschwören, soll Verbundenheit zwischen der Zivilbevölkerung und der Mördertruppe schaffen.
Nicht mit uns!
Nicht allein aus Gründen des guten Geschmacks werden wir diese militaristische Inszenierung angreifen.
Die Bundeswehr ist kein technisches Hilfswerk mit Knarre, vielmehr führt sie weltweit Krieg für die „Sicherung des Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt“ (verteidigungspolitische Richtlinien der Bundeswehr): In Afghanistan töten die westlichen Besatzungstruppen täglich Menschen. Die Bundeswehr ist mit Tornados, Bodentruppen und als Ausbilder der lokalen Truppen aktiv dabei. Die so durchgesetzte Wirtschaftspolitik der Besatzungsmächte stabilisiert die Verarmung der afghanischen Bevölkerung, die sich in den letzten Jahren dramatisch zugespitzt hat. Vor der Küste Somalias beschützen deutsche Kriegsschiffe die Transportrouten des kapitalistischen Welthandels vor Pirat_innen – Leute, die sich in einem der ärmsten Länder der Welt zumindest einen Bruchteil der Reichtümer abzweigen wollen die vor ihrer Küste vorbeifahren.
In Zeiten der Krise zerbrechen sich hohe Militärs weltweit den Kopf darüber, wie sich soziale Unruhen militärisch kontrollieren und niederhalten lassen. Denn es sind weltweit immer mehr Menschen, die unter den kapitalistischen Verhältnissen jeglicher Existenzgrundlage beraubt werden und sich gegen diese Politik wehren. Unsere Perspektive heißt weltweiter Kampf um Befreiung gegen Krieg und Repression.
Militär funktioniert nur mit Rückgriff auf patriarchale Bilder soldatischer Männlichkeit, die uniformierte Männer gerade an den Menschen in besetzten Ländern brutal ausleben. Überall, wo Krieg und Besatzung den Alltag der Menschen bestimmen, nehmen Gewalt gegen Frauen und Mädchen und alle, die nicht in die jeweilige patriarchale Norm passen, zu, sei es durch marodierendes Militär oder durch Zwangsprostitution.
Darum: Militärische Männerbünde auflösen!
Die Bundeswehr wird auch in Deutschland selbst wieder im Inneren eingesetzt – etwa bei der WM 2006 oder dem G8-Gipfel 2007, die „zivil-militärische“ Zusammenarbeit wird intensiviert. Auch hier behält sich der Staat vor, soziale Unruhen und Streiks notfalls auch militärisch niederzuschlagen.
Im Zeichen steigender Erwerbslosigkeit präsentiert sich die Bundeswehr als „krisensicherer Arbeitgeber“. Mit Werbe-Rekrutierungsveranstaltungen an Schulen und auf Arbeitsämtern soll Jugendlichen die Perspektive schmackhaft gemacht werden, sich angesichts schlechter Job-Perspektiven als Kanonenfutter für den deutschen Imperialismus herzugeben. Nicht mit uns! Keine Frau und keinen Mann für die Kriege der Herrschenden! Desertieren statt Marschieren!
Veranstaltungen wie das Bundeswehrgelöbnis am 30. Juli in München dienen dazu, die Präsenz des Militärs Alltag und im öffentlichen Raum zu Normalisieren und Akzeptanz und Loyalität für mörderische Kriege zu schaffen.
Nicht mit uns! Keine Bundeswehr im öffentlichen Raum, keine Bundeswehr nirgendwo!
Wir rufen auf: Kommt am Donnerstag, 30. Juli zum Marienplatz! Tragt eure Wut gegen das militaristische Spektakel der Bundeswehr auf die Straße!
Sorgt für größtmöglichen Krach und Unruhe! Stört und verhindert das Bundeswehrgelöbnis!“"“