Gemeinsam Verbunden WKR&CC

Eine klare Abgrenzung zu Burschenschaften und die Distanzierung vom sogenannten „Rechtsextremismus“ ist dem Coburger Convent ein dringendes Anliegen. Zumindest wird dies immer wieder gerne öffentlicht behauptet. Ob sich der CC damit auch von seinem Mitgliedsbund „akademische Grenzlandgemeinschaft Cimbria zu Wien“ distanziert, die im Wiener Korporations Ring organisiert ist und sich somit mitverantwortlich für den WKR-Ball zeigt, der am Freitag in der Wiener Hofburg stattfindet, ist unklar…

Die wichtigsten Infos und Links für Freitag gibt es hier: Klick mich

Hier gibt es unseren Flyer zum WKR-Ball:
FlyerWKR2012

Video zum CC [1995]

Auch wenn der folgende Beitrag schon etwas älter ist, so sind die Bilder, die sich jedes Jahr an Pfingsten in Coburg zeigen, (leider) noch immer die gleichen.


Die Szenen sind dem Dokumentarfilm „Deckname Dennis“ entnohmen, der hier online gekauft bzw. gesehen werden kann. Auch auf den neuen Film von Thomas Frickel „Die Mondverschwörung“, der aktuell noch in einigen Programmkinos läuft, sei an dieser Stelle verwiesen.

WKR Crashen

Am 27. Jänner 2012 treffen sich in Österreich in der Wiener Hofburg die alten und neuen Rechten Europas. Initiiert wird der WKR- Ball vom Wiener Korporations Ring, einem Zusammenschluss von 21 Studentenverbindungen, die sich politisch in einem Spektrum zwischen national-freiheitlich und völkisch-deutschnational bewegen. Aber nicht nur die im WKR organisierten Burschenschaften sondern auch diverse Rechtspopulisten, wie die Schweizer Volkspartei, Front National, Vlaams Belang und Pro Köln, geben sich hier die Ehre bei einem Tänzchen oder Gläschen.

Dies alles dürfte dem Coburger Convent nicht unbekannt sein, lädt er doch jedes Jahr zu diesem Treffen ein, sei es durch Anzeigen in den CC-Blättern oder dem Auslegen von Flyern des WKR- Ball im Coburger Kongresshaus beim Pfingstkongress und auch auf den Internetseiten (besonders der Verbindungen aus Österreich) wird der WKR- Ball beworben.

In den vergangenen Jahren wurde der Protest gegen diese widerliche Treffen reaktionärer Ideologien kriminalisiert und verboten. Glücklicherweise schreckt die Repression des Österreichischen Staates niemanden ab, sondern es finden sich auch weiterhin Initiativen, Antifa Gruppen und Parteien die dieses Treffen skandalisieren. So konnte dies Jahr schon im Vorfeld der Proteste ein erster Erfolg verbucht werden: Im Jahr 2013 wird der WKR- Ball nicht mehr in der Wiener Hofburg, dem Sitz des österreichischen Bundespräsidenten, stattfinden. Ein Anfang ist also gemacht, dennoch gilt weiterhin:
Studentische Verbindungen auflösen!

Das „ums Ganze!“ Bündnis organisiert dieses Jahr Busse aus Deutschland: Klick mich
In Wien hat sich ein Aktionsbündnis, mit dem Ziel den WKR-Ball in der Hofburg öffentlich zu thematisieren und zu verhindern, gegründet: Klick mich

Einführung in die Verbindungskritik

Wir möchten euch auf einen Vortrag von Jörg Kronauer (freier Journalist und Verbindungskritker) hinweisen. Dieser wurde am 13.11.2011 aufgezeichnet und liefert einen guten Einstieg in die Verbindungskritik…


Jörg Kronauer – Einführung in die Verbindungskritik by bildungsmagazin

Auch empfehlenswert ist das Buch von Felix Krebs und Jörg Kronauer „Studentenverbindungen in Deutschland Ein kritischer Überblick aus antifaschistischer Sicht“. DIeses ist im Unrast Verlag erschienen und kann hier bestellt werden.

Außerdem sei noch auf einen älteren Post dieses Blogs verwiesen…
Klick mich

Waffenbrüder gespalten

Ende Oktober hat der Coburger Convent beschlossen, seine Aktivitäten im Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) bis auf weiteres ruhen zu lassen. Grund hierfür sind nach eigener Darstellung die „ethnologischen Aufnahmekriterien“ der Deutschen Burschenschaft (DB), welche ebenso Mitglied im CDA ist. Mitte des Jahres war es zu einem Skandal gekommen, als die rassistische Ideologie der DB an die Öffentlichkeit gelangte.
Damit ist mit dem CDA als verbindungsstudentischem Super-Dachverband die gesamte Szene deutlich geschwächt.
Mit einer in diesem Zusammenhang veröffentlichten Stellungnahme gegen „Extremismus von links und rechts“ spielt der CC selbst wie auch der CDA jedoch in unerträglicher Weise mit einer Relativierung faschistischer Ideologie. Gerade im Kontext der zur Zeit medial beachteten rassistischen Mordserie in Deutschland spricht die Gleichsetzung der rechten Hassideologie mit freiheitlicher linker Politik von einem mehr als seltsamen Menschlichkeitsverständnis. Wenn der Deutschen Burschenschaft eine „inhaltliche Nähe zum rechtsextremen Milieu“ unterstellt wird, so fällt außerdem nicht nur die offensichtliche personelle Nähe zum rechtsextremen Milieu unter den Tisch, sondern auch eine Selbstkritik des nationalistischen und völkischen Selbstverständnis der restlichen Korporationen.

Bash Back (München)

Bash Back

Wir dokumentieren den Bündniss-Kurzaufruf

Am 15. und 16. Juli findet in München ein Festkommers1 zum 50jährigen Bestehen der rassistischen, sexistischen und deutschnationalistischen Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) statt. Gegen diese Veranstaltung rufen wir zu Protesten auf!

Die Burschenschaftliche Gemeinschaft ist ein 1961 in München gegründeter Zusammenschluss verschiedener rechter Burschenschaften aus Österreich und Deutschland, wobei sie in ihrem völkischen Nationalismus Österreich sowie einige Gebiete in Polen und Tschechien als Teile eines Großdeutschlands begreifen. Ihre Vorstellung von Nation gründet dabei in der rassistischen Blut-und-Boden-Ideologie, die systematisch nicht-weiße Menschen, Jüd_innen, Sint_izza, Romni_ja und viele andere ausschließt. Aber auch ihr Geschlechterbild ist von sexistischen und heteronormativen Ideologien geprägt. Konkret heißt dies, dass Frauen* einzig als Mütter und Ehefrauen betrachtet werden und nur den Männern* öffentliche Bereiche wie etwa die Sphäre der Politik oder die elitären, männerbündlerischen Burschenschaften selbst offenstehen. Dies sehen sie begründet in einem biologischen Unterschied von Mann und Frau, aus dem heraus die Gesellschaft organisiert werden soll. Dass sich Menschen jenseits dieser binären Geschlechternormen oder heteronormativer Begehrensstrukturen verorten, erscheint den „Burschenschaftlern“ als der ultimative Angriff auf die „natürliche Ordnung der Gesellschaft“.

In der BG sind 42 „farbentragende“ und „schlagende“ Burschenschaften organisiert. „Farbentragend“ bedeuet das sie als Erkennungszeichen eine Kappe auf dem Kopf und ein Band um den Oberkörper in den jeweiligen Farbe ihrer Burschenschaft tragen. “Schlagend“ heißt, dass sie Wert auf den Zweikampf im Fechten legen. Nach innen sind die einzelnen Burschenschaften straff hierarchisch und autoritär organisiert. Wer in eine solche Burschenschaft eintritt, muss ihre Ideologien sowie Geschlechterbilder verinnerlichen. In ritualisierten Besäufnissen und dem Mensurfechten soll eine „ideale Männlichkeit“ ausgebildet werden. Wer sich einer Burschenschaft anschließt geht einen Bund fürs Leben ein. Die Mitgliedschaft endet nicht mit dem Verlassen der Uni. Auf diese Weise ist gesichert, das Werte und Normen erhalten bleiben und das die sog. „alten Herren“ ihren Verbandsbrüdern in einflussreiche Stellungen in Wirtschaft oder Politik verhelfen. Burschenschaften verstehen sich selbst als Ausbildungsstätten der „gesellschaftlichen Elite“ und möchten sich abheben vom Rest der Studierenden, die sie als abzuwertende und ungebildete Masse ansehen.

Aber die „Burschenschaftler“ sind nicht einfach eine Gruppe vernachlässigbarer Hanseln, sie können an gesellschaftliche Ideologien und Diskurse anknüpfen und diese auch in ihrem Sinne beeinflussen. Die rassistischen, antisemitischen, sozialchauvinistischen, elitaristischen und heteronormativen Ideologien, die die Burschenschaften vertreten, haben auch in vielen breiteren gesellschaftlichen Debatten ihren Ausdruck. Beispielsweise in der sog. Sarrazindebatte, in der sich der Hass gegen sozial Ausgegrenze mit dem Hass auf (vermeintliche) Muslim_innen verband, die Polemiken gegen Forderungen Überlebender der nationalsozialistischen Verfolgung auf Entschädigungszahlungen in denen die Ressentiments vom „raffgierigen Juden“ aufgewärmt werden oder im antifeministischen Backlash.

Burschenschaften, insbesondere die in der Burschenschaftlichen Gemeinschaft organisierten Gruppen, agieren zudem oftmals als wichtige Schnittstelle zwischen militanter Neonaziszene und konservativer Rechter. Bei der Burschenschaft Danubia trat z.B. am 6. Mai diesen Jahres der neonazistische Publizist Jürgen Schwab auf, am 30. April traten in der Burschenschaft Cimbria der Redakteur der neu-rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ Felix Krautkrämmer und Erik Lehnert vom rechten „Institut für Staatspolitik“ auf. 2001 fand der flüchtige Neonazi Christoph Schulte bei der Danubia Unterschlupf nachdem er bei einem rassistischen Übergriff in der Zenettistraße beteiligt war. Martin Graf (FPÖ) von der Burschenschaft Olympia Wien ist 3. Nationalratspräsident in Österreich. Alle diese Burschenschaften gehören der Burschenschaftlichen Gemeinschaft an.

Deshalb rufen wir – ein Bündnis verschiedener antirassistischer, antifaschistischer und antisexistischer Gruppen aus München und Umgebung – dazu auf, den Festkommers zum Desaster zu machen.

Gegen Nationalismus, Sexismus, Rassismus und Elitarismus!
Für eine befreite Gesellschaft!

Antifaschistische Demo: 16.07.2011, 16.30 Uhr, Prinzregentenplatz

http://bashback.blogsport.eu/

Aktionstage

Zwei Aktionen vorvergangene Woche haben den Rahmen der Proteste gegen den Coburger Convent vergrößert. In Berlin wurden die Landsmannschaft Thuringia sowie die Landsmannschaft Spandovia zu Hause besucht. Fotos des markierten „Haus Coburg“ gibt es hier, das Schreiben auf https://directactionde.ucrony.net/ dokumentieren wir:

Wir haben in der Nacht zu Montag der Landsmannschaft Spandovia im Coburger Convent die Scheiben und ein Auto eingeworfen. Die Aktion richtet sich gegen rechtsoffene bis Naziverseuchte, sexistische und elitäre Studentenverbindungen. Wir supporten den Aktionsaufruf gegen den Pfingstkongress des Coburger Convent.
Nieder mit der deutschen Elite!
Klasse gegen Klasse!

Ein Resümee

http://de.indymedia.org/2011/06/310113.shtml

Jena/Thüringen: Burschenschaften angegriffen

Wir dokumentieren ein Schreiben auf Indymedia:

Als kleines Warm-Up gegen den Burschentag in Eisenach wurden vergangene Nacht in Jena einige Burschenschaften angegriffen. Erwischt hat es unter anderem die Landsmannschaft Rhenania, die im Coburger Convent organisiert ist und ihr Burschenhaus neben der Polizeidirektion Jena gelegen hat. Ein Steinhagel prasselte auf die Fensterfront. Gleiches Schicksal ereignete sich beim Burschenhaus der Corps Saxonia Jena am Paradiesbahnhof, welche im Kösener Senioren-Convents-Verband beheimatet ist. Hier gingen ebenfalls einige Scheiben zu Bruch, um den alten Burschenmief durch sommerliche Frischluft auszutauschen. Auch das Jenaer Verbindungsheiligtum, ein 5,5 Meter hohes Burschenschafts-Denkmal, dass neben dem Uni-Hauptgebäude seinen Platz hat, blieb nicht verschont.
Der Burschi aus Marmor in Kämpferpose, der mit Urburschenschaftsfahne und einem Schwert mit der Inschrift „Fürs Vaterland“ seit 1883 die Aufbruchsstimmung der Burschenidee versinnbildlichen soll wurde vorerst in seinem Eifer durch eine großflächige grüne Farbattacke gebremst. Egal ob DB, CC, KSCV, farbentragend, pflichtschlagend, mit oder ohne Ariernachweis: Burschenschaften bleiben reaktionärer Müll! Wer ein homophobes, revisionistisches und nationalistisches Weltbild verbreitet, der hat nichts anderes als Steinschlag und Mützenklau verdient.

Deswegen morgen nach Eisenach und den Burschentag zum Desaster machen!
Mütze runter, Pfanne drüber! Auf auf ins Burschenjagdfieber!

Alle Infos zu den Gegenaktionen bei: http://gegenburschentage.blogsport.de/

Mit Nazis unter einer Decke

Nach eigenen Angaben geht der Coburger Convent jetzt auf Distanz zur Deutschen Burschenschaft (DB). Grund dafür ist ein interner Streit der DB, in dem es um den Ausschluss eines Mitgliedes beziehungsweise einer ganzen Verbindung geht. Die Verbindung aus Mannheim führt ein Mitglied in ihrer Liste, dessen Eltern chinesischer Abstammung sind. Das sorgt beim offen rassistischen Flügel der DB für Unmut, da dieser darin die Überfremdung des „deutschen Volkes“ wiedergespiegelt sieht.
Dass die Distanzierung des CC nur halbherzig sein dürfte, wird klar, wenn man dessen Beziehungen zur Deutschen Burschenschaft genauer betrachtet: in lokalen Waffenringen herrscht freundliche und respektvolle Kooperation verschiedener Verbindungen beider Dachverbände. Außerdem befindet sich der CC mit der DB im Dachverband Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA). So lange diese Kooperation nicht aufhört, muss sich der CC weiter den Vorwurf gefallen lassen, mit Nazis unter einer Decke zu stecken.