Archiv für Juni 2009

Die internationale Solidarität

Gerne stellen sich Nationalisten wie wohl auch der ein oder andere Bursche als gemäßigte, unpolitische Patrioten da. Doch Nationalismus setzt völkisches Denken voraus und völkisches Denken ist Rassismus. Von verschiedenem Blut und Leitkultur wird gerne geredet; doch wie kann ein Mensch weniger Wert sein als ein Anderer? Wir sitzen doch alle im selben Boot: wenn wir einmal Hilfe oder Zuflucht brauchen sollten, was können wir dann von unseren Mitmenschen erwarten, wenn wir jahrelang im Wohlstand gelebt haben und es uns nie eingefallen ist, die Solidarität zu üben?
Wir, die hier im Internet zu Wege sind, haben alle ein Dach über dem Kopf, haben im nächsten Supermarkt um die Ecke Essen im Überfluss, haben Trinkwasser aus dem Wasserhahn und die politische Verfolgung besteht auch noch eher selten aus 9 Milimetern. Doch nicht weit von hier – da wo unsere Wirtschaft ihre neuen Märkte erschließt – sieht es anders aus. Wie, das wissen wir alle; Wohl aber nicht alle wissen, wie es an den Toren zur ersten Welt aussieht: Tausende sterben jährlich beim Versuch, Europa zu betreten. Sie sterben in den tödlichen Klingen des Nato-Drahts, ertrinken im Mittelmeer oder verdursten auf menschenleeren Inseln, wo sie von europäischen Polizisten ausgesetzt werden.
Gewalt ist die einzige Antwort der Politik auf das Elend der Welt, „ausgebucht“ ist die intellektuelle Begründung, gefischt wird in rechten Gewässern. Stichworte: Islamismus, Leitkultur, Deutschland; Ergebnisse: rassistische Polizeikontrollen, Behördenschikanen, Xenophobie und Rassismus in der Bevölkerung;

Nur eine grundlegend andere Herangehensweise kann die Probleme der Welt bewältigen: Der Gedanke der Solidarität und Menschlichkeit muss unser oberstes Gebot sein. In der globalen Wirtschaft ist der Nationalismus der größte Feind der Demokratie. Nur wenn wir international Denken und Handeln, können wir geschlossen den reaktionären und neoliberalen Kräften etwas entgegensetzen, dass sie umhaut: die Revolution!
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Aufruf zur Demonstration gegen sog. Gemeinschaftsunterkünfte am 05.09.09:
Noborders

Internationales Camp gegen die tödlichen Grenzen um Europa: Grenzcamp in Lesvos sowie Nobordercamp

Wir haben rote Hilfe!

 alt=Während den Gegenaktivitäten zum Pfingstkongress des CCs gab es zahlreiche Festnahmen und Anzeigen. Schon im Vorfeld der Demonstration am Samstag wurden drei Leute gefangengenommen, weil sie Nieten, Häckelnadeln oder Tücher dabeihatten. Nach der Abschlusskundgebung führte die Polizei ihr Eskalationskonzept fort und nahm zahlreiche Leute wegen Vermummung, angeblichem Widerstand, Gefangenenbefreiung und sonstigen Konstrukten fest.
Ihr, die Betroffenen, habt unsere volle Solidarität!
Wir wissen alle, dass Widerstand Pflicht ist und dass die Repression politisch motiviert ist. Es werden zahlreiche Briefe von Polizei und Staatsanwaltschaft kommen, um uns zu kriminalisieren oder zu zermürben.
Dass wir euch möglichst effektiv unterstützen und andere warnen können, bitten wir euch, alle Vorfälle zu melden, die in diesem Zusammenhang von Staatsseite gefahren werden; seien es Einladungen zu Vernehmungen, Hausbesuche, Hausdurchsuchungen, Telefonanrufe, Anschreiben oder was auch immer. Schreibt an coburgerconvent (ät) gmx . de (Vorsicht: nicht abhörsicher, deshalb keine Namen oder Gedächtnisprotokolle über Aktionen), dann werden wir versuchen, eventuelle Kosten sowie psychische und physische Unterstützung kollektiv zu bewältigen.
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Außerdem empfehlen wir einen Besuch der Homepage der Roten Hilfe! Sie ist seit fast hundert Jahren die bewegungsübergreifende Organisiation, die sich für politisch Verfolgte und ihre Familien einsetzt. Auch wir werden finanzielle Unterstützung bei unseren Verfahren erhalten und fordern deshalb dazu auf: werdet Mitglied, werbt Mitglieder! Für eine konsequent solidarische und unabhängige Hilfsorganisation!
Verweigert gegenüber der Polizei und Staatsanwaltschaft jede Aussage, lasst sie nicht in eure Wohnungen, unterschreibt nichts! United we stand!

Eliten treffen? Verbindungen kappen?

Was haben wir geschafft, was gibt es noch zu tun?

Zunächsteinmal ist natürlich klar, dass das Ende des CCs noch nicht in absehbarer Zeit kommen wird. Wie jedes Jahr konnten die Elite-Mützen ein Stück völkischer Weltanschauung für sich, für einen gewissen Teil der Coburger Bürger und für Neonazis aufführen.
Das Bühnenbild wurde in kameradschaftlicher Manier vom SPD-Bürgermeister bereitgestellt – wie es sich eben gegenüber der deutschen Elite gehört: die Fahnen des CCs empfingen die Verbindungsstudenten nicht nur vom Rathaus aufs herzlichste, die Polizei holte ihre beste Totschwarz-Einheit und den Blank polierten Knüppel aus den Schränken und die Presse schickte ihren Profi an die Front, der vielleicht immernoch vergeblich um einen Job als Wetterberichtschreiber bei irgendeinem Lokal-Springer-Blatt bettelt. Die Hauptdarsteller selbst kamen angeblich zahlreich wie lange nicht mehr, und – so unser Eindruck – auch besoffener und gestresster von ihrem Bachelor-Studiengang. Die Choreografie dagegen war hässlich wie immer – deutsch, national, reaktionär;
Dem entgegen standen wir: solidarisch, kämpferisch, nach vorne gewandt! Und an dieser Stelle auch ein Dank and die Bürger vom Bündnis: Ihr wisst, dass wir euren Weg für nicht erfolgversprechend halten und ihr nicht den Unseren; Was uns dennoch vereint ist der Wunsch nach einer besseren Zukunft. Und die ist machbar!
In der Tat sah das dann so aus: Es gab eine große überregionale Demo mit vielen Aussagen, mit viel Kraft und guter Laune. Aber es gab auch Festnahmen, Prügel und Pfeffer. Die Bilanz kann das jedoch nicht trüben und wir können dank schlagkräftiger Argumente unsere Forderung bestärken, dass das USK das nächste Mal besser in den Kasernen bleibt. Dann wird es auch in Zukunft jeden Pfingstsamstag eine dunkelbunte, friedliche und weltoffene Demo geben!
Am Sonntag wurde den sog. Ordnungsbehörden dann auch noch gezeigt, dass wir uns gerne mal einfach nehmen, was uns gehört. Ein spontaner Reclaim the Streets sorgte zumindest temporär dafür, dass der Hofgarten wieder ein Freiraum ohne Taschenkontrolle, Bierverbot und BtMG war. Der anschließende Rave durch die Stadt machte dieses Anliegen auch der Öffentlichkeit zugängig.
Ganz im Zeichen des Geschichtsrevisionismus auf der einen und des Antimilitarismus auf der anderen Seite stand der Montag. Vormittags konnte den soldatischen Männerbündlern während ihrem Totengedenken die Erinnerung an Stalingrad in den Gehörgang geblasen werden und am Abend beim Fackelmarsch die Tatsache, dass sie bisher noch keinen Krieg gewonnen haben.
An die GenossInnen von Auswärts noch eine kleine Entschuldigung: manche Sachen haben nicht ganz geklappt, wie sie sein sollten; seht uns das nach, kommt die nächsten Jahre wieder, wenn es dann wieder und mit noch mehr Nachdruck heißt: Eliten treffen – Verbindungen kappen!

Pressespiegel

Die Demo gegen den CC und vor allem das recht unübersichtliche Ende werden in der Presse unterschiedlich bewertet. Der Teil der Lokalmedien, der im Vorfeld bereits negativ berichtet hat, bleibt natürlich auf dieser Linie. Dem steht aber ein breites Presseecho gegenüber, welches abgesehen von den eben angesprochenen überwiegend ausgewogen oder sogar positiv daherkommt.

Hier nun die unsortierten Links:

Coburger Tageblatt

Neue Presse
Neue Presse
Sueddeutsche
Junge Welt
Neues Deutschland
Indymedia

TV-O
Radio-Z

Und hier einige Bilder

Repression

Die Polizei nimmt seit Samstag in Coburg immer wieder Menschen gefangen. Grund hierfür sei die Fahndung nach einem Flaschenschmeißer, der ins Schwarze (USK) getroffen hat. Watch out! Repression goes on!

Der Widerstand ist sichtbar!

Reclaim your Hofgarten

Mit dieser Motivation im Hinterkopf fanden sich am Sonntagabend ca. 50 Leute in Coburgs zentralem Park zusammen, um diesen – ein stückweit und für den Moment – dahin zurückzugeben, wo er hingehört – in die Hände der Menschen. Zu oft patroullieren seit Monaten motorisierte BeamtInnen auf unseren eigentlich autofreien Grünflächen und schikanieren unsere FreundInnen und GenossInnen mit Ordnungsgeldern und Platzverweisen. Während die Stadt mit horenden Summen ruhiggestellt wird, dass die Korporierten hier ihren Frust wegsaufen können, ist der Platz für alternativ aussehende Menschen längst eng geworden.
Deshalb folgte auch im Anschluss noch ein spontaner Rave durch die Innenstadt, dem sich auch viele CoburgerInnen spontan anschlossen. Die Straßen gehören uns; Coburg braucht eine alternative und unkommerzielle Kultur!

Helden? Ihr Opfer!

Weil Soldaten keine Opfer, sondern Täter waren, sind und bleiben, fand heute eine Kundgebung gegen das revisionistische Totengedenken am Kriegerdenkmal statt. Während sich an der Kundgebung um die 30 AntimilitaristInnen versammelten, liessen es sich etliche Menschen nicht nehmen, die Opfershow von Nahem zu konsumieren. Aufgrund massivem Polizeischutzes war heute leider nicht mehr drin. Klar ist jedoch, wir werden auch die nächsten Jahre nichts unversucht lassen, um diese menschenverachtende Choreografie zu stören. Am heuigen Tag gilt unser Dank den AntifaschistInnen der Roten Armee!