Archiv für April 2010

Podiumsdiskussion – Studentische Verbindungen: Ein Relikt der Vergangenheit?

Das Bündnis gegen den CC lädt ein….

Burschen Unsre Kritik am CC sickert langsam aber sicher in die Köpfe. Um das zu beschleunigen, wird es in Coburg eine Podiumsdiskussion mit dem CC geben.
Der CC schickt „Die Herren Franz und Stößlein“ ins Rennen. Franz ist Pressebeauftragter des CC und Mitglied der im letzten Jahr präsidierenden Landsmannschaft Teutonia Bonn. Veit Stößlein, Slesvico-Holsatia v. m. Cheruscia, Franconia-Teutonia auf der Schanz, Alemanno-Palatia (die volle Zugehörigkeit wollten wir euch nicht vorenthalten) ist Rechtsanwalt und hat in dieser Funktion schon diverse Aufgaben beim CC übernommen. Insbesondere Franz ist der korporierte Habitus auf zwei Beinen.

Wir Sind gut aufgestellt und konnten Jörg Kronauer, einen Journalisten und Sozialwissenschaftler, sowie Dr. Alexandra Kurth, eine Politikwissenschaftlerin, für die Podiumsdiskussion gewinnen. Die beiden sind prominente Kritiker_Innen des Verbindungswesens. Zusätzlich nimmt ein/e Sprecher/in unsres Bündnisses an der Diskussion teil.

Die Coburger Lokalpolitik in Form der beiden Bürgermeister Kastner und Tessmer , sieht leider keine Notwendigkeit, an der Diskussion teilzunehmen. Wie uns der Pressesprecher der Stadt Coburg mitteilte, „lässt das Thema „Studentische Verbindungen: Ein Relikt der Vergangenheit?“ keinen thematischen Zusammenhang mit den Aufgaben der Bürgermeister erkennen.“ Da die Stadt Coburg den CC auf allen nur denkbaren Ebenen bei der Umsetzung des Pfingstkongresses unterstützt, sehen wir das natürlich anders. Die Stadt Coburg muss Farbe bekennen. Sich zum CC als Hort konservativer bis rechter Meinungsbildung, Elitenreproduktion, Männlichkeitsritualen und völkischem Nationalismus nicht zu äußern, diesen sogar zu unterstützen, ist mehr als bedenklich.

In der direkten Außeinandersetzung mit dem Coburger Convent wollen wir unsre Kritik verdeutlichen – Die Duldung und unterstützung studentischer Verbindungen muss ein Ende haben. Studentische Verbindungen auflösen!

Studentische Verbindungen: Ein Relikt der Vergangenheit?

Podiumsdiskussion
Wo? Im JUZ Domino, Schützenstrasse 1a Coburg
Wann? am 15.05. um 19:00 Uhr

MobiJingle 2010

Presseecho

In Coburg wird wieder Stimmung gemacht. Wie bereits im Vorfeld der letztjährigen Aktionen gegen den Coburger Convent versucht die Coburger Lokalzeitung Neue Presse auch dieses Jahr wieder sehr zeitig, den kommenden Protest zu diskreditieren.
Mit gemischten Gefühlen erinnern wir uns an die Auseinandersetzung mit der Polizei vergangenes Pfingsten. Nach mehreren Festnahmen durch die Aufstandsbekämpfungseinheit der bayerischen Polizei wurde die bis dahin friedliche Demonstration selbst unfriedlich. Dabei wurde ein Polizist durch eine Flasche niedergestreckt. Die lokale Presse berichtete von Ausschreitungen und fand mit der Bezeichnung „der Krawall-Samstag“ zu überzogener Polemik. Anfang des Monats wurde nun das Thema im Zusammenhang mit dem kürzlich erschienen Verfassungsschutzbericht 2009 wieder aufgegriffen. In der Neuen Presse erschien ein Artikel, der offenbar „gut unterrichtete“ Kreise zitiert. Nach deren Aussagen hätte sich in Coburg „die Anzahl extremistischer Straftaten im Vergleich zum Vorjahr“ vornehmlich wegen „Demo-Touristen aus Berlin, Thüringen und Unterfranken“ mehr als verdoppelt. Im selben Zug wird Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zitiert: „Linksextremisten sind inzwischen deutlich gewalttätiger als die Anhänger der rechtsextremistischen Szene“. Auch der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Coburg Hans Michelbach (CSU) vermag keinen Unterschied zwischen einerseits links motivierten Straftaten oder – wie im Fall Coburg – von Demonstranten ausgehender Notwehr und, auf der anderen Seite, faschistischer Gewalt zu erkennen: „Hier ist jeder gefordert, ein Zeichen zu setzen, dass unsere Demokratie wehrhaft ist und wir uns Extremismus jedweder Art nicht gefallen lassen.“
Besorgt stellen wir fest, dass unser Anliegen offenbar mit rechten Morddrohungen und rassistischen Motiven gleichgesetzt werden soll. Daher ist uns daran gelegen, klar zu stellen, dass wir uns gegen jede strukturelle, psychische und körperliche Gewalt gegenüber vermeintlich Schwächeren oder Minderheiten, wie sie beispielsweise auch von Mitgliedern des Coburger Convent gegen Frauen, Homosexuelle und Nicht-Deutsche ausgeübt wird, positionieren. Unsere Bemühungen haben ebenso nichts mit dem Terror von Neo- und Altnazis gemeinsam.
Wir fordern die Neue Presse Coburg auf, jedweden geäußerten und klar politisch motivierten Vergleichen mit den ideologischen Abkömmlingen des Faschismus kein Forum zu bieten und diese zurückzunehmen. Ebenso empfehlen wir die Lektüre von wissenschaftlichen Abhandlungen zum Begriff des „politischen Extremismus“, welchem selbst – trotz steigender Popularität – jede wissenschaftliche Grundlage fehlt und der deshalb am besten nicht verwendet werden sollte. Statt zu politisieren sollte die Neue Presse lieber ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen und auf den Weg der inhaltlichen Auseinandersetzung zurückkommen.

Hamburg: Infoveranstaltungen

Anknüpfend an die Erfolge des Hamburger Bündnis gegen Rechts (coburgerconvent.blogsport.de berichtete) wird es im Rahmen der Auflösung der studentischen Verbindungen in der Hansestadt zwei Infoveranstaltungen geben. Dabei werden – neben der allgemeinen Betrachtung des Korporationswesens – im besonderen der Coburger Convent und die Umtriebe der Hamburger Verbindungen einmal etwas genauer ausgeleuchtet werden. Denn auch eine Verbindung des CCs fällt wegen ihrer rechtsradikalen Tendenzen schon seit längerem sehr unangenehm auf.
Die erste Veranstaltung findet am 11.05. um 19 Uhr im Centro Sociale in der Sternstraße 2 statt; die zweite Veranstaltung folgt dann am Tag darauf in der Hochschule für Angewandte Wissenschaften im Raum 503.

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