Archiv für März 2011

Bismarck-Kommers sabotiert

Neonazis im CC.
Antifaschistische Gruppen haben nach eigenen Angaben einen Teilerfolg gegen Bielefelder Studentenverbindungen erzielt. Wie auf Indymedia zu lesen ist, wurde die Nazi-Burschenschaft „Normannia-Nibelungen“ vom jährlichen Groß-Besäufnis ausgeschlossen. Ausschlaggebend war dabei offenbar die gute Öffentlichkeitsarbeit des Aktionsbündnisses, dem es so gelang, einen Keil in die Seilschaften der rechten Korporationen zu treiben.
Interessant sind auch die Veröffentlichungen über eine Verbindung des Coburger Convent. Die im CC organisierte „Alte Leipziger Turnerschaft Hansea Bielefeld“ pflegt demnach starke Kontakte in das neofaschistische Spektrum. Hendrik Stiewe, Timo Kötter und Jan Ackermeier, drei der lokalen Antifa bekannte Neonazis, seien nach ihrer Mitgliedschaft in einer Schülerverbindung nun Aktive in der „Hansea“ und der „Normannia-Nibelungen“. Wer dabei in welcher Verbindung Mitgliedschaft praktiziert, lässt der Artikel leider noch offen.
Gegen den „Bismarck-Kommers“ anfang April ruft dieses Jahr ein Bündnis aus antifaschistischen Gruppen zu Protest auf. Informationen dazu unter http://bismarck.blogsport.de/.

In Deutschland unter Männern

deutsch ist die saar„Deutsch ist die Saar!“ – so klang es 1935, als sich der Großteil der Saarländer zum Nationalsozialismus bekannte. Und „Deutsch ist die Saar!“ klingt es auch heute, wenn der Generalsekretär der CDU Saar, Roland Theis, sich bei der Burschenschaft Ghibellinia zu Prag in Saarbrücken zum Nationalsozialismus bekennt.

Spaß bei Seite: Roland Theis des nationalsozialistischen Bekenntnis zu überführen, wäre angesichts der Sachlage zwar unmöglich; nicht jedoch, ihn eines gravierenden Mangels an Geschichtsbewusstsein und einer gehörigen Portion Schwachsinnigkeit zu beschuldigen.
Nach Recherchen des Journalisten Wilfried Voigt war Theis im Mai 2010 Hauptredner bei einer Zeremonie besagter schlagender Burschenschaft Ghibellinia, welche durch die Nazihymne „Deutsch ist die Saar“ gekrönt wurde. Und auch der amtierende Ministerpräsident und angehende Bundesverfassungsrichter Peter Müller ist mit von der Partie: als Schirmherr dieser völkisch-nationalistischen Feier reiht er sich ein in eine lange Liste von ranghohen Politikern, die entweder meinen, aus guten Kontakten zu Studentenverbindungen Kapital schlagen zu können, oder Ideologisch einfach gewissen rechtsoffenen Gruppierungen sehr nahe stehen.
Zwar befinden sich auf dieser Liste hauptsächlich Unions-Politiker, dennoch ist die „scharfe Kritik“ einiger saarländischer „Linken“-Politiker, wie es die Saarbruecker Zeitung formuliert, nicht ganz glaubhaft. Neben Oskar Lafontaine als prominentestem der „Linken“ mit rechtem Einschlag, fällt einem beispielsweise der Bürgermeister des thüringischen Städtchens Bad Blankenburg, Frank Persike – ebenfalls „Die Linke“ – ein. Bei der jährlichen „Greifensteintagung“ des Coburger Convent spielte dieser wiederholt den Gastgeber, der offenbar noch mehr als lobende Worte für die so ehrenhaften Männer in Anzug findet.
Offenbar sind männliche Politiker jeglicher Couleur entweder sehr anfällig für das integrierende Machogehabe der Korporierten, oder stecken oftmals einfach mit diesen unter einer Mütze. Was dabei herauskommt, kennen wir nur zu gut.