Archiv für Juni 2011

Kritik an der Kritik

In Coburgs „Tageblatt“ erschien heute ein Gespräch des CC-Kritikers und SPD-Stadtrat Martin Lücke mit dem CDU-Stadtrat Thomas Engel, welcher in einer Verbindung im Coburger Convent ist. In dem lesenswerten Dialog, der auf http://www.infranken.de/ zu finden ist, vertritt Martin Lücke eigene Thesen. Fälschlicherweise wird er von dem moderierenden Journalisten in die Position eines Sprechers der CC-Gegner gehoben. Das Tageblatt fasst Martin Lückes Argumentation folgendermaßen zusammen:

Die CC-Gegner sagen: Verbindungen sind sexistisch, weil sie Frauen ausgrenzen; sie sind völkisch, weil ihr Vaterlandsbegriff nicht an existierende Grenzen gebunden ist, und sie sind geschichtsrevisionistisch, weil sie Soldaten, die im Krieg gefallen sind, auf die gleiche Opferebene stellen wie KZ-Opfer.

Abgesehen von der Tatsache, dass es keine einheitliche Position gegen Studentenverbindungen gibt, ist diese Zusammenfassung nicht richtig. Wir als Projektionsfläche dieser Kritik stellen kurz klar:

Das Prinzip des Männerbundes ist nur die Spitze einer Heteronormativität, die bei Korporierten vom Dachverband und von ihrer eigenen Verbindung gefördert wird.
Dazu gehört ein Bild der Frau, dass diese höchstens als schmückendes Beiwerk betrachtet, mindestens aber hinter dem Herd sieht.
Dazu gehört Ablehnung und Angst vor Homosexualität und dazu gehört auch das in Coburg stets zu beobachtende Machogehabe mit all seinen weiteren unzähligen Facetten von Sexismus.

Völkisch sind Studentenverbindungen nicht deshalb, weil ihr Vaterlandsbegriff nicht an existierende Grenzen gebunden ist, sondern weil sie einer Ideologie des „deutschen Blutes“ und einer daraus abgeleiteten „deutschen Kultur“ anhängen. Diese Naziideologie hat zur Folge, dass das Vaterland für Korporierte auch in Österreich, Polen und Tschechien liegt – also überall da, wo „deutscher Boden“ sein soll.

Geschichtsrevisionistisch ist der CC nicht deshalb, weil er die deutschen Soldaten auf die selbe Stufe stellt wie KZ-Opfer. Die Millionen durch die Nazis ermordeten finden generell keinen Platz in den pathostriefenden Reden. Vielmehr werden die Bundesbrüder des dritten Reichs in der Rolle der deutschen Soldaten als ehrbare Kämpfer dargestellt, die von Hitler gezwungen wurden, in den Krieg zu ziehen. Tatsächlich waren Studentenverbindungen bis zuletzt Befürworter des Antisemitismus, des Nationalismus und des Krieges um „deutschen Boden“.

UPDATE

Nochmal gesammelte Infos für das Aktionswochenende in Coburg:

EA: 0151-55857072 (erreichbar ab Samstag )
Infotelefon: 0151-26012210 (erreichbar ab sofort)
Pennplatzbörse: Falls ihr noch eine Unterbringung in Coburg benötigt bitte beim Infotelefon anrufen oder e-mail an ccnd(aet)riseup(punkt)net
Infopoint: Heiligkreuzstrasse 35 / Ecke Hintere Kreuzgasse
Öffnungszeiten :
Freitag 10.06 ab 17:00
Samstag 11.06 11:00-13:30; nach der Demo bis 22:00
Sonntag 12.06 11:00-18:30
Montag 13.06 13:00- open end

TIMETABLE DER AKTIONEN

Samstag; 11.06 ab 14 Uhr; DEMO; Treffpunkt Bahnhofsvorplatz; Coburg
Montag; 13.06 ab 10 Uhr; KUNDGEBUNG gegen das geschichtsrevisionistische Heldengedenken; Herzog-Alfred-Brunnen, Coburger Hofgarten
Montag 13.06 ab 22 Uhr KUNDGEBUNGEN gegen den nationalistischen Fackelmarsch;Spitaltor und Georgengasse; Coburg

Und auch für alle, die nicht kommen: schön aktiv werden!

Infovortrag in Coburg und Konzert Infos

Kurz vor Beginn des Pfingstkongresses des Coburger Convents wird es noch eine Infoveranstaltung in Coburg geben. Das ganze wird Morgen (19.6.2011) um 19 Uhr in der Sonderbar stattfinden. Der Eintritt ist natürlich frei und im Anschluss wird noch Zeit zur Diskussion bleiben.

Falls Korporierte vorhaben sich den Vortrag anzuschauen , würden wir ihnen vorher empfehlen sich mit einem ihrer Verbindungsbrüder von der Landsmannschaft Franconia Teutonia kurzzuschließen um sich eine Blamage wie Gestern in Regensburg zu ersparen. Oder ist einfach die Zeit zu knapp geworden und deshalb musste sich vor der Diskussion, während der Pause, davongeschlichen werden?
An dieser Stelle ein Danke an die Anita F für die Einladung!

Außerdem hier noch die versprochenen Daten zum Konzert:
Einlass 19 Uhr
Beginn 20 Uhr
Eintritt 4 Taler
Veganes Essen zum Selbstkostenpreis!
Wie schon angekündigt in der Oyle

Unpolitisch bis zum Endsieg

Deutsche FreikorpsMit einem „Burschen heraus!“ ruft die Junge Freiheit (JF) in ihrere aktuellen Ausgabe zur wichtigsten Zeit der großen Dachverbände der Korporationsszene. Parallel zum Pfingstkongress des CC wird dabei auch der Burschentag der rechtsoffenen und in Teilen faschistischen Deutschen Burschenschaft beworben. Nicht neu, aber bezeichnend ist die starke ideologische und vielschichtige personelle Verbindung der Korporationen zur Jungen Freiheit als wichtigstem Organ der Neuen Rechten, einer akademisch geprägten völkisch-nationalistischen Bewegung, die inhaltlich auch an nationalsozialistische Ideen anknüpft.
So ist in dieser Ausgabe der JF beispielsweise auch ein Artikel einer Reihe zu finden, deren Autor sich in einer Argumentation übt, die den Überfall der Nazis auf die Sowjetunion als „Präventivkrieg“ darzustellen versucht. Damit vertritt die JF einen Geschichtsrevisionismus, der dem jährlich beim „Heldengedenken“ des CC zur Schau getragenen grundsätzlich ähnelt. Die Ideologie, für die die deutschen Soldaten ihre Gräueltaten begingen wird dabei als apolitisch und heldenhaft geehrt. Den antifaschistischen Widerstand bezeichnet die gesamte Rechte – und mit ihnen einhellig das Verbindungswesen – im gleichen Zuge stets als extremistischen Terror. Wie schon damals, so auch heute.

Konzert am Sonntag

Diese Jahr wird es am Sonntagabend (12. Juni) wieder ein Liedermacher-Konzert in der Oyle geben.
Mit dabei sind Konny und Faulenza
Mehr Infos folgen…
(Ein Klick auf die Namen der Künstler führt zu ihren Homepages…)
Bericht von Konny vom letzten Jahr ==> Klick mich