Archiv für November 2011

Waffenbrüder gespalten

Ende Oktober hat der Coburger Convent beschlossen, seine Aktivitäten im Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) bis auf weiteres ruhen zu lassen. Grund hierfür sind nach eigener Darstellung die „ethnologischen Aufnahmekriterien“ der Deutschen Burschenschaft (DB), welche ebenso Mitglied im CDA ist. Mitte des Jahres war es zu einem Skandal gekommen, als die rassistische Ideologie der DB an die Öffentlichkeit gelangte.
Damit ist mit dem CDA als verbindungsstudentischem Super-Dachverband die gesamte Szene deutlich geschwächt.
Mit einer in diesem Zusammenhang veröffentlichten Stellungnahme gegen „Extremismus von links und rechts“ spielt der CC selbst wie auch der CDA jedoch in unerträglicher Weise mit einer Relativierung faschistischer Ideologie. Gerade im Kontext der zur Zeit medial beachteten rassistischen Mordserie in Deutschland spricht die Gleichsetzung der rechten Hassideologie mit freiheitlicher linker Politik von einem mehr als seltsamen Menschlichkeitsverständnis. Wenn der Deutschen Burschenschaft eine „inhaltliche Nähe zum rechtsextremen Milieu“ unterstellt wird, so fällt außerdem nicht nur die offensichtliche personelle Nähe zum rechtsextremen Milieu unter den Tisch, sondern auch eine Selbstkritik des nationalistischen und völkischen Selbstverständnis der restlichen Korporationen.