Archiv für Juni 2014

Versuchter Totschlag durch Neonazi(s) am Abend des Fackelmarsches

In der Nacht von Montag auf Dienstag kam es zu einem organisierten Angriff durch Neonazis auf den Infopunkt der Proteste gegen den Coburger Convent und die darin befindlichen Menschen.

Eine Gruppe von insgesamt ca. 20 Neonazis aus dem Umfeld des Fränkischen Heimatschutz Coburg begann um 1 Uhr morgens aggressivst einige Antifaschist_innen vor dem Infopunkt zu beleidigen, zu provozieren und massiv zu bedrohen. Die Gruppe breitete sich um den Infopunkt aus, um die Menschen einzuschüchtern. Während diesen Provokationen kam es unter anderem zu einem “Sieg Heil”-Ruf inklusive Hitlergruß. Bereits hier hätte die anwesende Polizei reagieren müssen – diese bewachte – wie auch an allen vorherigen Abenden des Wochenendes – die Teilnerhmer*innen der Proteste, da diese als potentiell kriminell angesehen werden. Hierzu ist anzumerken, dass alle Proteste durchweg friedlich waren. Die anwesenden Beamt*innen reagierten allerdings nicht einmal als einer der Neonazis versuchte, einen Antifaschisten mit einem massiven Bierkrug zu treffen. Dieser nahm durch Wurf quer über die Straße den möglichen Tod eines Menschen bewusst in Kauf. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Stefan Fritz, aktiver Kader des Fränkischen Heimatschutz Coburg und auch schon Samstag bei der Demo am Rande, versuchte aufgrund der schon anwesenden Polizeibeamt*innen, seine Kameraden zu beruhigen.
Die daraufhin anrückenden Polizeieinsatzkräfte nahmen zwar die Anzeigen auf, ließen die neonazistischen Gewalttäter nach kurzer Zeit aber lediglich mit einem Platzverweis weiterziehen.
Diesen nahmen auch nicht alle wahr, sondern warteten in Nebengassen auf Antifaschist*innen, den Bullen wurde das mitgeteilt, es kam aber zu keiner Verfolgung der Neonazis, unter ihnen der Täter des Bierkrugwurfes. Das Versprechen, weiterhin auf den Infopunkt aufzupassen, wurde auch eine halbe Stunde später wieder aufgehoben und die Bullen rückten alle ab.

Daran lassen sich die verstörenden Verhältnisse in Coburg an diesem Wochenende aufzeigen:
Einige Stunden zuvor wurden Antifaschist*innen in Gewahrsam genommen, weil sie mit einem Transparent an der Route des Fackelmarsches wohl unangenehm für den CC waren. Diese wurden wie Schwerverbrecher behandelt. So wurden sie von Beamten des USK mehrfach bedroht und beleidigt (unter anderem hierzu folgt eine ausführliche Mitteilung). Am Abend des Samstags wurde ein Antifaschist über Nacht eingesperrt und erkennungsdienstlich behandelt, weil er jemandem am Rucksack gezogen haben soll, ein anderer weil er angeblich versucht hatte, einem Burschi die Mütze vom Kopf zu ziehen. Werden Antifaschist*innen aber von Neonazis massiv angegriffen und nehmen den möglichen Tod eines Menschen in Kauf können die Straftäter aber schon nach kurzer Feststellung der Personalien weiterziehen.

Die diesjährige Demonstration gegen den CC

Die diesjährige Demonstration gegen den sexistischen, elitären und geschichtsrevisionistischen Coburger Convent wurde seinem Aufruf „Lieber Nackt als Vollwichs“ in vollen Zügen gerecht. 121 Menschen tanzten friedlich und ausgelassen in kreativen Outfits, mit vielen Seifenblasen, Tröten etc. durch die Coburger Innenstadt. Somit konnte ein schöner Kontrast zu den edlen, einheitlich und militaristisch gekleideten Verbindungsstudenten dargestellt werden, welche sich auf derartigen Veranstaltungen vor allem über ihre Kleidung selbst definieren wollen. Sehr erfreulich war, dass dieses Konzept mehr Coburger_innen dazu motiviert hat, sich an den Protesten gegen den für sie störenden CC zu beteiligen dazu wurden auch Infoflyer an viele Passant_innen verteilt, die auch mit großem Interesse entgegengenommen wurden.

Bei den Ordnungshüter_innen kam diese friedliche und ausgelassene Grundstimmung leider nicht an. Diese gingen ihrer Aufgabe, eine bestimmte Quote an Menschen festzunehmen, pflichtbewusst nach, um ihre Existenz, als auch einen Einsatz in diesem Umfang zu rechtfertigen. Deshalb war auch in ihren Augen eine derartige Präsenz, als auch das Filmen und Abfotografieren von Demoteilnehmer_innen legitim. So wurden im Anschluss an die Demonstration mehrere Personen festgenommen, weil sie die Parole „Schießt den Burschis in die Hoden, deutsches Blut auf deutschem Boden“ gerufen haben sollen. Scheinbar sah die Polizei, die diese Parole die vergangenen 2 Jahre duldete und scheinbar keinen Straftatbestand erkennen konnte, hierin die Möglichkeit, ihre unnötige Anwesenheit zu einer Dringlichkeit hochzuspielen. Die örtliche Presse in Form von Volker Friedrich hat, wie so häufig, ein stark verzerrtes Wahrnehmungsproblem. Beispielsweise lautet die Überschrift des Artikels zu den Protesten in der Neuen Presse Coburg: „Vier Festnahmen bei Demo gegen den CC“. Dadurch sollen die Proteste sofort in eine kriminelle Ecke geschoben werden. Im ganzen Artikel keine Erwähnung von Menschen in bunten Outfits, Seifenblasen etc.. Vielleicht sollte die Neue Presse ihren Journalist_innen Brillen sponsern ?!
Geradezu widerlich suggeriert er, dass es ja „feministisch“ sei, wenn bspw. Femen oberkörperfrei mit Körperbemalung protestieren, aber gleichzeitig der Sexismus ja einer der Hauptvorwürfe gegen den CC ist – er relativiert. Was nicht fair ist, denn Femen wollen doch gerade darauf aufmerksam machen: Diskriminierung eines Geschlechts indem man es zum Objekt herabstuft, für Lust, Begierde, Reproduktion usw., was sich dann dem entsprechend messen lässt und das nicht nur durch Einkommen. Dort sind die Unterschiede nämlich riesig: Es ist Fakt, dass der gender wage gap ( was Frauen relativ ggü. Männern verdienen ) in Deutschland noch 23% beträgt.
Und Herr Friedrich legt guten Gewissens noch einmal nach zum Thema Sexismus, der seine absolute Ahnungslosigkeit entblößt:
„Die Frauen von Femen sind dafür bekannt, dass sie gerne mal blank ziehen, um ihren Protest gegen was auch immer mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen“. Ja genau, die ziehen sich aus, weil sie Aufmerksamkeit haben wollen und viel weniger weil sie auf etwas aufmerksam machen wollen….

Am Rande der Demo waren stets stadtbekannte Neonazis, unter anderem Mario Krauser und Stefan Fritz, zu sehen, was die Polizei nicht störte. Dies zeigt deutlich, dass der Fränkische Heimatschutz Coburg weiterhin aktiv ist. Zurzeit verstecken sie sich hinter der Facebook-Seite „Frei statt Bunt“, doch wir werden uns von derartigen Ausweichmanövern nicht beirren lassen.

Alles in Allem konnten wir uns durch eine kreative Demonstration viel Gehör bei der Coburger Bevölkerung verschaffen. Das aggressive Auftreten der Verbindungsstudenten und der Polizei zeigt, dass der Protest gegen den CC ein Dorn im Auge der konservativen Kräfte ist. Auch der Umgang mit Protestformen, die sich von einer geordneten, klar strukturierten Demonstration unterscheiden, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und unsere Kritik absolut von Nöten ist.

Wir werden es uns auch in Zukunft nicht nehmen lassen, Coburg und dem CC zu zeigen, was wir von dieser Veranstaltung jedes Jahr an Pfingsten halten.

Gegen Sexismus und elitäre Männerbünde!

No justice, no peace, fuck bavarian police!

Die Bullen zeigen sich an diesem Wochenende wieder von ihrer besten Seite. So wurde bereits seit Freitag die Innenstadt als Gefahrengebiet deklariert, was sowohl willkürliche Kontrollen als auch Platzverweise nach sich zog. Allerdings können wir eine Zunahme an Bullenübergriffen, an Aggressivität bei ihren sog. „Maßnahmen“ und körperlicher Gewalt verzeichnen.

So wurden Freitagnacht mehrere Genoss*innen nach einem Übergriff eines Burschis mit Schlägen, Würgen und sexistischen Beleidigungen am Marktplatz von den Pigs festgehalten. Mit den Worten „Das sind die Linken, also die Bösen“ war auch schon zu Beginn des Wochenendes klar, wer das auserkorene Feindbild bayerischer Bullen darstellen soll.
Zum Abschluss gab es für alle Genoss*innen auf dem Markt einen Platzverweis für die gesamte Innenstadt, die angreifenden Burschis durften hingegen ohne Auflagen weiterhin dort saufen und pöbeln.
Am Samstag kam es nach einer friedlichen Demonstration zu mehreren Übergriffen und Festnahmen durch die berühmt, berüchtigt, bayerische Prügelgarde, namentlich USK. Diese wurden von bekannten aggressiven Staatsschutz-Bullen im Vorfeld schon koordiniert.
Festgenommene wurden von den eingesetzten Bullenschweinen immer wieder bedroht. „Du kriegst gleich auf die Fresse“, „Eigentlich bin ich nur hier, um dir aufs Maul zu hauen“ und „Wir sind hier im Freistaat Bayern, da wird das anders geregelt“ sind nur wenige Beispiele.
Am Samstag-Abend schaffte es eine größere Gruppe, sich der polizeilichen Überwachung zu entziehen. Die Pigs revanchierten sich bei einem folgenden Zusammentreffen auf dem Marktplatz. Hier kam es zu einem willkürlichen Angriff auf einen Genossen, als Begründung wurde später angegeben, er sei dem auf sich zukommenden Bullen zu nahe getreten. Ein anderer Genosse wurde unter dem Vorwand der Körperverletzung für längere Zeit kontrolliert, fotographiert und somit seiner Freiheit beraubt. Ebenfalls auf dem Marktplatz griff ein Burschi einen weiteren Genossen an, woraufhin ein Bulle näher kam, ihn am Kragen packte und sagte: „Du hast versucht, die Mütze zu klauen“. Ein ihm zu Hilfe eilender Genosse wurde auf gleiche Art und Weise von den eingesetzten Pigs traktiert. Beide landeten in der Zelle. Mit den Worten „Ihr wisst ja mittlerweile, wie’s hier läuft. Wenn’s nach uns ginge, dürftet ihr hier gar nicht mehr sein.“ (im O-Ton grauenvolles Bayerisch) wurden Platzverweise und die Androhung, bis zum Ende des Pfingstkongresses des CC in der JVA Kronach eingesperrt zu werden, ausgesprochen.

Wir werten dies als erneuten Versuch, antifaschistische und emanzipatorische, also für Bullen und Stadt unbequeme, Politik zu verhindern. Wir werden uns aber weder durch Gefahrengebiete noch Willkür daran hindern lassen, dem CC jedes Jahr auf’s Neue ins Bier zu spucken. In diesem Sinne: „Follow the Cops back home!“ (Zitat „Placebo“)

Die von uns verwendeten Beleidigungen beziehen sich auf das gesamte Berufsfeld von Polizeibeamt*innen, eine Unterscheidung ist für uns nach diesem Wochenende nicht mehr nötig. ( siehe: BVerfG, 10.10.1995 – 1 BvR 1476/91; 1 BvR 1980/91; 1 BvR 102/92; 1 BvR 221/92 & §185 StGB)

EA-Nummer

Hier die EA-Nummer für das Wochenende: 017693647140

ab morgen früh dann dauerhauft erreichbar

Es geht los! – Infos fürs Wochenende

Ab heute gehts richtig los mit dem CC und so beginnen auch unsere Proteste!

Geht man dieses Wochenende auf die Straße zeigt sich gerade jetzt zur WM Zeit ein noch groterskeres Stadtbild in Coburg: Nazis laufen seelenruhig durch die Stadt, der ach so harmlose Partypatriotismus ist überall wo man nur hinssieht und zu allem Überfluss ist ganz Coburg an Pfingsten noch randvoll mit Burschis, ihre ekeligen Veranstaltungen und Ansichten inklusive.


Hier wichtige Infos für euch:

Es gibt wieder einen Infopunkt, dort wird es auch Vokü, Filme etc. geben, dort werden auch die Pennplätze koordiniert und ihr habt einen festen Anlaufpunkt das Wochenende über. Zu finden im Bürgerbüro in der Heiligkreuzstraße 35 96450 Coburg

Die Öffnungszeiten sind:

Freitag: 17 bis 23 Uhr
Samstag: 10 bis 14 und 19 bis 24 Uhr
Sonntag: 12 bis 22 Uhr
Montag: 10 bis 13 und 18 bis 22 Uhr

Programm:

Samstag:
14Uhr Bahnhofsplatz Tanzdemo
im Anschluss Vokü im Infopunkt

Sonntag:
ab 15Uhr Kaffee&Kuchen im Infopunkt (bringt bitte zahlreich Kuchen zum teilen mit, Kaffee haben wir)
ab 16Uhr Film im Infopunkt

Montag:
ab 22Uhr Vidoekundgebung Badergasse-Ecke- Mohrenstraße

Infotelefon:
017678854816
(ab jetzt besetzt)

Karte:

Wir werden euch hier auf dem Blog jeweils am Abend immer auf den neuesten Stand bringen. Infos gibt es ansonsten über das Infotelefon. Die EA Nummer wird heute Abend bekanntgegeben und ist ab da auch das Wochenende über besetzt.

Passt auf euch auf!!! Seid im bestenfall in Gruppen unterwegs.
Gerade zum Fackelmarsch am Montag werden zusätzlich noch einige Nazis unterwegs sein(wann gibts für die Nasen schonmal die Ästhetik des Nationalsozialismus in dieser Größe zu betrachten…).

Heraus zum CC!!!
LIE­BER NACKT ALS VOLL­WICHS!!!

Pressemitteilung

Wie jedes Jahr zu Pfingsten, bleibt Coburg auch leider diesmal der Pfingstkongress des Coburger Convents (CC) nicht erspart. Die Stadtführung ließ es sich in den vergangenen Jahren nicht nehmen, den CC als Ausdruck einer bunten Stadt Coburg zu benennen. Von Burschis bejubelt, für uns nicht hinzunehmen.
Deshalb machen wir es uns in diesem Jahr zur Aufgabe, ein leichtsinniges Bild von Toleranz, neonazistischer Gefahren und Bedeutungen des „Bunt-Seins“ zu durchbrechen.

Unser blanker Protest ist die Offensive gegen die selbstausgerufene „Farbenvielfalt“ des CCs. Wer Uniformen und Männerrituale für den Fortbestand der Idee von bunten studentischen Verbindungen richtig hält, steht einer emanzipativen Entwicklung der Gesellschaft entgegen.

Unser Tanz gegen ihre Aufmärsche ist die Antwort für ein freies Leben, für Emanzipation und Humanismus!

Unseren Antifaschismus setzen wir gegen ihr Weltbild, das sie sowohl beim Totengedenken als auch beim Fackelmarsch ausgiebig präsentieren. Ein Fackelmarsch in Uniform ist nicht bunt, sondern ästhetisch und inhaltlich verwerflich. Der Gottesdienst des CC am Montagmorgen ist eine Farce, bei der ausschließlich deutschen Täter*innen gedacht wird.
Wir sehen sowohl durch die anhaltende Repression der Justiz- und Polizeistellen als auch skandalöser Auflagen der Stadt Coburg inklusive Redeverbot und Rechtemaximierung des CCs keinen Sinn darin, weiterhin eine Kundgebung zum Totengedenken anzumelden.

Deshalb wird es am Pfingstsamstag (14:00 Uhr – Bhf-Vorplatz) eine Tanzdemo durch die Innenstadt und Montagabend (22:00 – Ecke Badergasse / Stadtcafè) eine erneute Videokundgebung geben, bei der ästhetische Parallelen zwischen CC und Aufmärschen der NSDAP deutlich werden sollen. Jede*r ist willkommen, um gemeinsam mit uns für etwas anderes als den CC einzustehen.

Lieber Nackt als Vollwichs! Studentische Verbindungen auflösen!
Pressekontakt/Infotelefon: 017678854816

Freiluftkino – Deckname Dennis

Die Freilugtkino- Gruppe zeigt am kommenden Donnerstag, 05.Juni, den Film „Deckname Dennis“ und zwar zur besten Sendezeit um 20.15Uhr am Albertsplatz in Coburg.

Kurze Beschreibung zum Film von deren Flyer zur Veranstaltung:

„Vor der Kamera sagen sie alles. Man muss nur dumm genug fragen. Und sich als amerikanischer Fernsehjournalist ausgeben. Was dabei herauskommt ist eine absurde und groteske Reise in das deutsche Selbstbewusstsein. Aberwitzig, bissig und in jeder Hinsicht grenzwertig lädt die Realsatire mit Dennis Mascarenas dazu ein, dieses Land – und Coburg – aus einer neuen Perspektive zu betrachten.“