Erstes Resumee zur Demo

Demo2015 Als sich um ca. 15Uhr der Demonstrationszug in Bewegung setzte waren etwa 150 Antifaschist_innen aus der weiteren Region am Start. Das ist zwar bei weitem nicht dem Ereignis, dem größten Auflauf von pflichtschlagenden Korporierten überhaupt, angemessen, aber der Tiefpunkt des vergangenen Jahres ist definitiv überwunden. Die Bullen waren erwartungsgemäß sehr stark vertreten, vor allem die Protestverhinderungsprofis vom USK, die von Anbeginn an versuchten die Demo zu schikanieren.
Laut und wütend ging es vom Bahnhofsvorplatz in die Innenstadt. Bei zwei Zwischenkundgebungen und in Redebeiträgen wurden der institutionalisierte Sexismus und Nationalismus der Männerbünde thematisiert. In Zeiten rechts-konservativer Diskursverschiebungen, die sich in der Abwehrhaltung gegenüber „Genderismus“ und vermeintlicher Islamisierung oder der Verknüpfung von Standortnationalismus und rassistischen Stereotypen bahnbricht, sind es nicht zuletzt Studentenverbindungen, die alles was dumm und falsch ist propagieren und leben. Das alles wurde in Sprechchören, auf Transparenten und in Redebeiträgen kritisiert. Für schaulustige oder zufällig umherstehende Passant_innen gab es Flyer, welche die Kritikpunkte kompakt zusammenfassen.
Der Coburger Convent versucht sich stets als unpolitisch darzustellen, vor allem um sich von der allseits verhassten DB abzugrenzen. Sieht man etwas genauer hin, entlarvt sich das Gelaber schnell als Täuschungsmanöver. Im CC gibt es sehr rechte Strömungen, denen eine Distanzierung von der DB oder eine Stellungnahme gegen Neonazis bereits zu weit geht. Man lässt sich als deutsche Elite doch nicht von den „politisch korrekten“ die Ausrichtung des Verbandes diktieren. Bereits seit Jahren gewinnt der rechte, oder besser rechtere, Flügel an Einfluss. Ein Anzeichen dafür ist auch die aktuelle Präsidierende, Turnerschaft Munichia Bayreuth, die enge Kontakte zur Thessalia zu Prag in Bayreuth pflegt. Mit den NSU-Freunden der Thessalia ist sie im lokalen Waffenring (BKC) verbandelt, schlägt mit ihr Mensuren, säuft oder trifft sich mit ihr zum Tontaubenschießen. Die Thessalia ist Gründungsmitglied der Burschenschaftlichen Gemeinschaft, in der ein biologistischer Rassismus gepflegt wird und die nicht nur neu-rechte sondern durchaus auch NS-affine Personen zu ihren Mitgliedern zählt. Nochmal zum mitschreiben: Mit denen verkehrt die aktuelle Präsidierende und behauptet gleichzeitig, man habe mit der DB nichts am Hut. Wir wussten, dass schon immer und sind dementsprechend nicht sonderlich schockiert. Das gesamte Verbindungsmilieu ist nach rechts offen und predigt lediglich eine Ablehnung von „jeglichem Extremismus“. Das bedeutet beim CC das Bedürfnis sich nach links von Antikapitalismus, Feminismus oder gar den Grünen abzugrenzen und gleichzeitig mit Nazis zu verkehren und von Großdeutschland zu träumen.

Jetzt mehr denn je: Coburg und seinen Convent angreifen! Wir sehen uns am Montag beim „Heldengedenken“ und den Gegenkundgebungen zum Fackelmarsch.