Vom 4.-14.6.2019 wird es wieder Proteste gegen den Pfingstkongress des Coburger Convent, und natürlich alternative Kultur zu der deutschtümmelnden Feierei des männlichen Traditionsvereins, geben. Schon vor und auch nach den Pfingstkongress ist einiges los in Coburg.
Hier das Programm des diesjährigen Protest-Büdnisses in kürze (ausführliche Infos weiter unten):

    4.6., Dienstag:

  • Freiluftkino “Der Untertan”, 20:30, Marktplatz

    5.6., Mittwoch:

  • Dokuabend, 19:00, ZAKC (in der kleinen Judengasse)

    6.6., Donnerstag:

  • Einführung in die Kritik am CC, 20:00 Uhr, ZAKC

    7.6., Freitag:

  • Kloburgia Kundgebung, 16:00 Uhr,
    Stadtcafe (Steinweg 1)
  • Kundgebung “Stadt für Alle“ 17:00 Uhr,
    kleine Judengasse

    8.6., Samstag:

  • Auf in den Feministischen Block bei der Demo gegen den CC, 14:00, Startpunkt: Bahnhof
  • Konzert; 20:Uhr, Ort:Mäxle (Gemüsemarkt 1) mit:
  • Plaeikke (Rap), Babsi Tollwut, MCE u. Tims Line

    9.6., Sonntag:

  • Film „Born in Flames“, 20 Uhr, ZAKC

    10.6., Montag:

  • Vortrag: ”Männliche Burschenschaftler? Über Geschlechtskonstruktionen in deutschen Studentenverbindungen“, 17:00 Uhr, ZAKC
  • Kundgebungen gegen den Fackelmarsch ab 21:30 Uhr

  • Tanzkundgebung (Stadtcafe/Steinweg 1)
    Videokundgebung (Ecke Spitalgasse/Große Johannisgasse)

    14.06., Freitag:

  • Antisemitismus und Männlichkeit bei Burschenschaften,
    20:00, ZAKC

Kommt und Bleibt am Pfingstwochenende in Coburg und zeigt den Burschis, dass sie nicht wilkommen sind!


Ausführliche Infos zum Programm:

4.6., Dienstag:
Freiluftkino “Der Untertan”, 20:30, Marktplatz

Diederich Heßling ist ein verweichlichtes, autoritätshöriges Kind, das sich vor allem fürchtet. Doch bald schon erkennt er, daß man der Macht dienen muß, wenn man selbst Macht ausüben will. Nach oben buckeln und nach unten treten, wird von nun an seine Lebensmaxime. In die Ära des wilhelminischen deutschen Kaiserreichs hineingeboren wächst er in einer preußischen Provinzstadt – der Inkarnation obrigkeitsergebenen Spießbürgertums – auf. Nach dieser Maxime richtet der Kaiserverehrer sein Leben, das unaufhaltsam auf der Karriereleiter nach oben führt, während sich in Deutschland mehr und mehr der Abgrund auftut.

5.6., Mittwoch:
Dokuabend, 19:00, ZAKC (in der kleinen Judengasse)

Gemeinsames schauen von Dokumentationen über Studentenverbindungen

6.6., Donnerstag:
Einführung in die Kritik am CC, 20:00 Uhr, ZAKC

Was sind Studentenverbindungen ? Wo unterscheiden sich die Verbindungen und wo gibt es Gemeinsamkeiten. Und wieso sind sie zu kritisieren ?

7.6., Freitag:
Kloburgia Kundgebung, 16:00 Uhr, Stadtcafe (Steinweg 1
)

Kreative Kundgebung zum Einmarsch vom CC.
Ein*e Kloburgia benötigt Klobürste und Klopapier für sexsistische, autoritäre und nationalistische Scheiße

Kundgebung “Stadt für Alle, 17:00 Uhr, kleine Judengasse

8.6., Samstag:
Auf in den Feministischen Block bei der Demo gegen den CC, 14:00, Startpunkt: Bahnhof

Konzert; 20:Uhr, Ort:Gemüsemarkt 1 mit:

Plaeikke (Rap), Babsi Tollwut, MCE u. Tims Line

9.6., Sonntag:
Film „Born in Flames“, 20 Uhr, ZAKC

Born in Flames spielt in der Zukunft — zehn Jahre nach einer sozialistischen Revolution in Amerika. Auch in diesem alternativen Amerika hat sich für Frauen nichts geändert; Unterdrückung, alltägliche Diskriminierung, sexuelle Übergriffe, Doppelbelastung — den Frauen reicht es. Sie verbünden sich quer zu sozialen, ethnischen, kulturellen oder sexuellen Identitäten und nehmen
den Kampf auf…
Der Film stellt die Frage, ob die Unterdrückung der Frauen jemals, in einem irgendwie gearteten sozialen System, ein Ende finden wird. Die Antwort ist eindeutig: die Frauen greifen zu den Waffen…
„Lizzy Borden gelingt mit diesem Film ein kleines Kunststück — er ist beides: Dokument und Utopie zugleich. Er geht aus von der feministischen
Bewegung und ihren Strukturen während der 1970er Jahre, und blickt insofern zurück. Aber er wagt auch einen Ausblick auf eine Zukunft, in der sich Frauen trotz ihrer kulturellen, sozialen, ethnischen und sexuellen Unterschiede für ihre Ziele gemeinsam engagieren.“
Freiburger Lesbenfilmtage
“… als ich diesen Film sah, dachte ich nur: Wow, es geht um eine lesbische, feministische Revolution –das ist doch toll! Ich liebe diesen Film!“
Jamie Babbit (ITTY BITTY TITTEE COMMITTEE)

10.6., Montag:
Vortrag: ”Männliche Burschenschaftler? Über Geschlechtskonstruktionen in deutschen Studentenverbindungen“, 17:00 Uhr, ZAKC

Seit mehr als zweihundert Jahren prägen Burschenschaften das Bild deutscher Universitäten. Dass „Ehre, Freiheit und Vaterland“ der Wahlspruch vieler Verbindungen ist, ist längst kein Geheimnis mehr und oft kritisiert. Anders steht es jedoch um das herrschende Männlichkeitsbild in Verbindungen. Welches dieses ist, wie es sich seit zwei Jahrhunderten reproduzieren kann und ob es nicht das biologische Schicksal aller Männer ist, wie ein Burschi zu sein, darüber wird Matthias Schneider in seinem Vortrag reden. Matthias promoviert zurzeit an der Universität Frankfurt zum Thema Flucht, Männlichkeit und Identität und hat selbst Erfahrungen als Fuchs in einer Burschenschaft sammeln können.“

Kundgebungen gegen den Fackelmarsch ab 21:30 Uhr

Tanzkundgebung (Stadtcafe/ Steinweg 1) Videokundgebung (Ecke Spitalgasse/Große Johannisgasse)

14.06., Freitag:
Antisemitismus und Männlichkeit bei Burschenschaften, 20 Uhr, ZAKC

Nach wie vor ist der Männerbund (vor allem der schlagenden) Burschenschaft durch Elitedenken, Korpsgeist, die Abwertung des Weiblichen, Rassismus, Autoritätsgläubigkeit und Antisemitismus geprägt. Historisch gesehen spielte die Ideologie der Studentenverbindung, die ihre einst demokratischen und freiheitlichen Wurzeln bereits zum Wartburgfest 1817 den gleichen Flammen übergaben, denen man damals schon die Werke jüdischer Schriftsteller_innen übergab, eine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung des modernen deutschen Nationalstaates, und damit einhergehend der ihm innewohnenden antisemitischen Ideologie, als auch einer spezifisch deutschen Vorstellung von Geschlechtlichkeit. Die Referentin analysiert in ihrem Vortrag die historische Entstehung von Burschenschaften, setzt sich auf sozialpsychologische Art und Weise mit dem Männerbund und der ihm inhärenten Ablehnung des Weiblichen auseinander und erläutert, wieso das Bild einer spezifisch deutschen Männlichkeit als solches von Grund auf antisemitisch konnotiert ist.